Unsere StadtteilHistoriker

Hier finden sie Kurzporträts zu all unseren StadtteilHistorikern der 2. Staffel

Peter Aun:     Aun

 

Wiesbaden – Aquae Mattiacorum

Im Rahmen der Frage, ob die Heidenmauer ein Schutzwall oder ein Viadukt oder vielleicht sogar beides war, stellte Bauingenieur Peter Aun, der sein ganzes Berufsleben mit Aspekten der Wasserversorgung zu tun hatte, fest, dass es sehr wenig Material zur Wasserversorgung Wiesbadens in der römischen Zeit gibt.

Das trifft auf fast alle römischen Städte zu (außer auf Rom).

Wie und wo fand die Frischwasserversorgung Wiesbadens, auch die von Mainz-Kastel, statt? In diesem Zusammenhang soll weiter geklärt werden, ob die Heidenmauer hinsichtlich wasserwirtschaftlicher und hydraulischer Aspekte und nicht nur aus archäologischer Sicht überhaupt als Aquädukt funktionieren konnte.

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Kornelia Bauscher:    schattenrissfrau

Neue Heimat Naurod

 

Erforscht werden soll die Geschichte der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg in Naurod.

Beleuchtet werden soll die Seite der Einheimischen ebenso wie die der Neuankömmlinge – wo sind sie untergekommen, wie haben sie gelebt und gearbeitet, welche Erfahrungen machten sie mit offiziellen Stellen?

Wie stellte sich der Kontakt der Neubürger (überwiegend katholisch) mit Einheimischen (überwiegend evangelisch) dar, gründeten die Flüchtlinge eigene Vereine oder wurden sie in bestehende aufgenommen?

Wie entwickelte sich die Integration der Neubürger und wie lange brauchte dieser Prozess?

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Carl Becker, Gabriele Glessmann, Karin Kuschewitz:

Wiesbadener Pfarrerbuch

 

Pfarrerbücher existieren für viele evangelische Landeskirchen, so auch für Hessen-Darmstadt mit der von Wilhelm Diehl in den 1920er Jahren erstellten Hassia Sacra. Für Nassau und damit für den Wiesbadener Raum fehlt ein solches Pfarrer-Verzeichnis bisher.

 

Carl Becker, Gabriele Glessmann und Karin Kuschewitz sind in der Familienkundlichen Gesellschaft für Nassau und Frankfurt e.V. aktiv und beabsichtigen, ein Pfarrerbuch für den Bereich Wiesbaden mit allen Vororten zu erstellen.

Die Berufsgruppe der Pfarrer ist für die Stadtgeschichte von besonderem Interesse, weil sie in der Vergangenheit oft die einzigen „Studierten“ am Ort waren. Neben dem kirchlichen Amt übten sie auch Lehr- und Verwaltungstätigkeiten aus oder waren wissenschaftlich tätig.

Es ist unter anderem geplant, Kurzbiografien der Pfarrer von vorreformatorischer Zeit (zu der vermutlich nur wenige Pfarrer zu ermitteln sein werden) bis ca. 1945 zu erstellen.

Die biographischen und sonstigen Angaben zu den Pfarrern, die in Wiesbaden oder den heutigen Stadtteilen tätig waren, werden strukturiert in einer Datenbank zusammengetragen.

 

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Dr. Rolf Faber:     Dr_Faber

Leben und Schicksal des letzten Wiesbadener Rabbiners
Paul Lazarus

 

Paul Lazarus war von 1918 bis 1938 Rabbiner an der Synagoge auf dem Michelsberg. 1939 emigrierte er nach Palästina.

Viele Aspekte seines Lebens und seiner Tätigkeiten sind noch unbekannt:

Vor seiner Emigration engagierte er sich in der Jugend- und Erwachsenenbildung und hielt eine Reihe von Vorträgen. Er damals war unter anderem Dozent an der Volkshochschule Wiesbaden.

Nach seiner Emigration wirkte Paul Lazarus als Rabbiner in der Einwanderungsgemeinde Bet Jisrael in Haifa. Was das Leben in Haifa allerdings für ihn und seine Familie wirklich bedeutete, ist bisher weitgehend unberücksichtigt geblieben.

Diese Lücke soll durch Dr. Fabers Forschung geschlossen werden.

 

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Martina Freymann-Dederichs:  Martina jpeg

Die Wiesbadener Wellritzstraße im Wandel der Zeit

 

Die Wellritzstraße hat faszinierende Facetten. Sie wirkt manchmal wie eine traumhafte Reise in den Orient mit Kaffeehäusern, Kebab-Restaurants, orientalischen Bäckereien, zahlreichen Lebensmittelgeschäften, mit vielen großen und kleinen, alten und jungen Menschen tags und nachts – doch die Wellritzstraße liegt in Deutschland, in Wiesbaden.

Wie entstand sie, wie war die damalige Bevölkerungsstruktur, welche Gewerbe gab es? Wie und warum hat sich die Zusammensetzung ihrer Bewohner, aber auch das Geschäftsleben dort im Lauf der Zeit verändert? Wie ist die Geschichte der heutigen Anwohner, wie gestaltet sich ihr heutiges Leben, wie sind ihre Zukunftspläne?

Das Ergebnis der Recherchen wird auf jeden Fall zu mehr und besserem gegenseitigem Verständnis beitragen und so einen interessanten Aspekt der Wiesbadener Stadtgeschichte abbilden.

 

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Felix Gabor:   Gabor, Felix, Rechtsanw.

Versorgung der Wiesbadener Stadtbevölkerung im Historischen Fünfeck mit dem Grundnahrungsmittel Brot (Brod) von 1866 bis in die Neuzeit“

 

Erforscht werden sollen Struktur und Dichte des Bäckerhandwerks und der Mehlhändler in Bezug auf Haushalte und Wohnbevölkerung. Aufgezeigt werden sollen frühere und heutige Standorte in den jeweiligen Stadtplänen und die entsprechenden Eigentumsverhältnisse (Hauseigentümer/Mieter).

Wo gab es ab wann und dann wie lange größere und kleinere Bäckereien mit eigenen Backstuben?

Ausgewertet werden unter anderem Adressbücher und Verzeichnisse von Handwerkskammer und Gewerbeaufsichtsamt sowie der Bäckerinnung.

 

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Leibnizschule Wiesbaden:

Schüler/-innen der Klassen 9a, 9b, 9c, 9d
-Sonja Heil; Philipp Zerbe; Talay Bulgay; Ouiam El Aissaoui*; Miriam Elija*; Moritz Erfert; Pauline Hüller; Franziska Matthias; Maximilian Richter; Paula Rieken; Johannes Roth; Peer Schacht; Philipp Seibert; Sophie Siegel; Aleksandra Simikic; Annabelle Beumers und Hanna Curtius (*Teilnahme nicht sicher)-

unter Leitung ihrer Lehrerin Julia Müller:

 

Kureck-Chronologie

Mit der Entscheidung der nassauischen Fürsten, Wiesbaden zur Haupt- und Residenzstadt des 1806 neu entstandenen Herzogtums Nassau auszubauen, fiel der Startschuss für die rasante Entwicklung Wiesbadens hin zur Weltkulturstadt. Das bescheidene Kurbad, das noch im 18. Jahrhundert von eher regionaler Bedeutung war, hatte sich bereits um 1825 zur klassizistischen Badestadt gewandelt.

Obwohl das Kureck bis heute seine zentrale Bedeutung für das gesellschaftliche Leben der Stadt beibehielt, kann jedoch keinesfalls von seiner Beständigkeit gesprochen werden.

Im Zuge des Schülerprojektes zur Kureckchronologie soll diesen Veränderungen exemplarisch, beispielsweise anhand wichtiger Gebäude, nachgegangen werden und mit ihrer Dokumentation ein wichtiger Beitrag zur Stadtgeschichte seit dem 19. Jahrhundert geleistet werden.

 

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Helena Ngoumou-Tsogo:   Ngoumou-Tsogo_Helena

Wilhelm Edima Munumé – Leben und Überleben einer Wiesbadener Persönlichkeit in Zeiten politischer Repressionen während der Weimarer Republik

 

Die studierte Ethnologin Helena Ngoumou-Tsogo stieß im Lauf ihrer Abschlussarbeit an der Gutenberg-Universität in Mainz auf die Geschichte des 1897 in Duala geborenen Wilhelm Edima Munumé.

Im Alter von 16 Jahren kam Munumé nach Wiesbaden. Er war ein schwarzer Reichsbürger und Aktivist, der sich in der Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen in der Weimarer Republik für Freiheit und Gleichberechtigung aller Menschen eingesetzte.

1924 hielt Munumé eine deutsch-patriotische Rede im Wiesbadener Restaurant „Mutter Engel“, in der er die deutsche Kolonialherrschaft lobte. Wegen der französischen Mandatsherrschaft über weite Teile der ehemaligen Kolonie Kamerun wurde Munumé nach seiner Rede vorübergehend inhaftiert.

Die Erforschung von Munumés Leben und Aktivität in Wiesbaden dürfte neue, detaillierte Erkenntnisse über das damalige gesellschaftspolitische Leben in Wiesbaden ergeben.

 

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Thomas Parpart:     Parpart

Der Schiersteiner Hafen

 

Erforscht werden soll die wechselvolle Geschichte des Schiersteiner Hafens ab 1859.

Wie änderten sich im Lauf der Zeit seine Nutzung und seine wirtschaftliche Bedeutung?

Der ursprüngliche kleine Fischer-Hafen wuchs und beherbergte größere und kleinere Schiffe und Boote. Lange Zeit hatte er auch einen militärischen Teil.

 

Heute ist der Hafen ein rein ziviler Mittelpunkt Wiesbadener Lebens. Es gibt noch viele unbekannte Details der Hafengeschichte, die es zu erforschen gilt.

 

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Christoph Risch:    Risch

Professor Ernst Mays Pläne für Wiesbaden und warum sie größtenteils scheiterten

 

Nachdem Prof. May 1961 vom Magistrat mit der Erstellung eines Generalentwicklungsplans für Wiesbaden beauftragt worden war, präsentierte er zwei grundsätzliche Vorschläge:

Einerseits den Bau von Trabantenstädten, wie sie dann in Klarenthal realisiert wurde, andererseits den großflächigen Abriss von Teilen der Altstadt (u.a. Bergkirchenviertel, Schiffchen), um Platz für den Autoverkehr zu schaffen.

Beide Viertel stehen heute noch, wurden jedoch aufwendig saniert und als gelungener Städtebau bundesweit anerkannt.

Die Vorgänge um die City Ost sollen in dem StadtteilHistoriker-Projekt eine herausragende Rolle spielen. Prof. May hatte für die City Ost den Abriss sämtlicher Villen und den Bau einer Bürostadt vorgeschlagen, das Stadtparlament war 1965 dieser Idee gefolgt. Auf dem Hang zum Bierstadter Berg sollten zahlreiche bis zu 20-stöckige Bürohochhäuser entstehen.

Eine Bürgerinitiative mit dem Namen „Rettet die City Ost“ machte sich für den Erhalt des Quartiers stark. Anders als in Frankfurt blieb der Protest in Wiesbaden friedlich. Die Umsetzung der Baupläne konnte jedoch letztendlich verhindert werden.

Welche Rolle spielte die Bürgerbeteiligung damals und inwieweit unterscheidet sie sich von der heute weitgehend institutionalisierten Bürgerbeteiligung?